„Happy People“ im Saftladen

Silke Ribal

Silke Ribal

Das soziale Projekt „Saftladen“ des Internationalen Bundes (IB Mitte gGmbH) setzt sich für alkoholkranke Menschen ein, die abstinent leben wollen.

Das EU/ ESF geförderte Projekt (über BIWAQ) besteht an 2 Standorten in Magdeburg.

Im Süden der Stadt Magdeburg („Saftladen Salbke“ in der Alten Schule Salbke) wird zum 4. Mal die Angehörigengruppe „Happy People“ stattfinden. Alle 14 Tage wird diese Gruppe von Frau Silke Ribal begleitet.

Als ehrenamtliches Mitglied des Projektes „Saftladen“ weiß sie das der Weg in die Sucht des Partners/ Partnerin schleichend geschieht und die Betroffenen oftmals keine Ahnung über ihr schädliches Trinkverhalten haben. Leider halten die Betroffenen an ihrer Sucht lange fest, da sie auch eine Funktion in ihrem Leben eingenommen hat. Meist berichten Angehörige von dem „Feierabendbierchen“, um entspannen zu können. Andere benutzen den Alkohol um locker zu werden. Und wieder andere Menschen berichten von Spannungszustände, die sie erst mit der Droge überwinden bzw. verdrängen können. Es ist längst keine Angewohnheit mehr, die bei Bedarf überwunden werden kann. Mit der Zeit entwickelt sich daraus fließend eine Suchterkrankung. Angehörige, Freunde und Kollegen bleibt dieser Zustand nicht verborgen. Sprechen Angehörige den Betroffenen darauf an, sind die meisten Angehörigen von der Reaktion des Betroffenen enttäuscht. Der Betroffene leugnet meist die Beobachtungen nach Kräften, bagatellisiert oder lügt auch. Schließlich verhärten sich die Fronten und die Beziehung bzw. Ehe nimmt ernsten Schaden daran. Dabei sind Bagatellisierungen und Lügen wie „Ich kriege das wieder in den Griff!“ oder „Nun übertreib mal nicht!“ ein Leitsymptom der Sucht. Der Betroffene kann sie nicht einfach so aufgeben. Er muss verstehen warum er trinkt und was er stattdessen tun kann, um in die gewünschte emotionale Verfassung zu gelangen. Was kann er tun, um zu entspannen oder um locker zu werden, ohne sich des Alkohols, anderer Süchte oder süchtig machenden Verhaltensweisen zu bedienen. Im Idealfall schließen sich für Betroffene die Entgiftung und die Entwöhnungsbehandlung in einer Klinik an. Danach kommen sie in ihrem alten sozialen Umfeld zurück. Die Angehörigen freuen sich über ihre erreichte Abstinenz. Jedoch sind die außerordentlich skeptisch, ob der Betroffene “durchhält“. Einige Angehörige versuchen aus Liebe oder Furcht vor einem Rückfall ihres Partners ihn in Watte zu packen. Bei dem Betroffenen kommt das wiederum nicht entlastend, sondern einengend an und der befürchtete Rückfall könnte eintreten. Angehörige fühlen sich im therapeutischen Kontext oftmals allein gelassen, sie haben berechtigte Fragen zur Suchterkrankung und müssen ebenso in die Therapie und Nachsorge mit einbezogen werden. In den mittlerweile drei Sitzungen der Angehörigengruppe im „Saftladen“ stellte sich oftmals das Thema „Eigene Grenzen setzen und durchsetzen“. Der Austausch unter den Angehörigen der Betroffenen wird gern aufgenommen. Frau Ribal führt, wenn vom Angehörigen gewünscht, auch Einzelgespräche durch. Oft werden hier sehr persönliche Dinge zur Sprache gebracht. Frau Ribal hat eine Ausbildung zum betrieblichen Suchtkrankenhelfer absolviert und führt regelmäßig eine kostenlose Suchtberatung in Salbke durch. Aus ihrer Ausbildung und ihrer Erfahrung kennt sie die Fallstricke auf beiden Seiten nur zu gut.

Wir freuen uns, dass die Angehörigengruppe gut angenommen wurde und laden alle Interessierten herzlich ein, auch zu den Sitzungen der Angehörigengruppe, immer freitags 14 tägig in den Saftladen Salbke zu kommen. Die Sitzungstermine erfahren Sie von der Projektleiterin Frau Maria Meyer (Tel: 0162 844 78 43) und auch aus den Veranstaltungshinweisen der lokalen Presse. Die Einhaltung der Schweigepflicht ist für das Saftladenteam und auch für Frau Ribal selbstverständlich und gesichert.

 

 

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